Tipps

Anschaffung

... ist eigentlich ein doofes Wort im Zusammenhang mit Lebewesen. Aber man schafft sich ja auch Kinder an, warum also nicht auch Hunde. Setter sind Jagdhunde, und was für welche! Das müssen Sie bei Ihrer Entscheidung für die Rasse unbedingt beachten. Sie sind feinnasig, machen Wild also auf große Entfernung aus. Sie sind äußerst elegante und dabei ausdauernde Läufer. Wehe also, wenn sie ans Wild zum Hetzen kommen.

Konsequenz: Sie müssen Ihren Setter erziehen, wenn Sie nicht jeden Spaziergang mit ihm an der Leine absolvieren wollen. Fragen Sie sich, ob Sie dafür die notwendige Zeit und auch Geduld aufbringen können.

Können Sie dem Setter, außer dem Auslauf im Grundstück, mindestens zweimal täglich genügend Bewegung geben?

Haben Sie solche familiäre Bedingungen, dass alle Familienmitglieder zumindest mit der Anschaffung einverstanden sind, besser sich mit in die unvermeidliche Mehrarbeit teilen wollen? Unser Setter braucht Futter, jedenfalls regelmäßig Wurmkuren, Impfungen, Antizeckenmittel usw., ggf. Tierarzt- und Medikamentenkosten. Sind Sie in der Lage und bereit, dies ohne mit der Wimper zu zucken zu übernehmen? Vor allem, Sie haben unseren Setter 12 Jahre, 14 Jahre, vielleicht auch 16 Jahre. Er muss zur Familie gehören, sonst stirbt ein Setter innerlich. Sie müssen sein Dasein bei allen Planungen berücksichtigen. Können Sie das garantieren?

Wenn Sie das alles ehrlichen Herzens positiv beantworten können, dann beglückwünsche ich Sie. Sie können sich solch einen schönen und edlen Hund »anschaffen« und werden sicher viel Freude zusammen haben.


Ausstellungen

... organisieren die Rassezuchtvereine zur Herausstellung der Hunde, die am weitestgehenden den Rassestandard verkörpern. Sie sind die beste Gelegenheit, unsere schönen und eleganten Hunde der Öffentlichkeit zu zeigen.

Der Züchter Ihres Hundes wird Sie bei Welpenabgabe mit Sicherheit bitten, diesen auf einer Ausstellung zu präsentieren. Es ist wichtig für seine Beurteilung der Nachzucht und bringt ihm natürlich auch etwas Publicity. Wenn möglich, schlagen Sie die Bitte nicht rundweg ab. Wir haben solche wunderbaren Hunde, die wir der Öffentlichkeit nicht vorenthalten sollten. Etwas Ringtraining mit dem Dulden des Zähnzeigens und bei den Rüden der Überprüfung der Hoden ist doch gleich ein Stück guter Gehorsamschule.


Erziehung

... sollte für alle Hundrassen unverzichtbar sein. Für unsere Rassen gilt das ganz besonders. Sie sind feinnasig, schnell und ausdauernd. Ein ungehorsamer Setter hat in wenigen Tagen ein Revier leergejagt und vielleicht noch das Greifen gelernt. Dann brauchen Sie sicher mit keinem Revierpächter, Jäger oder Forstbeamten mehr über Ihren »schönen Hund« reden. Wir wollen außerdem, dass sich der Setter in der Öffentlichkeit sicher und zurückhaltend bewegt. Sehen Sie auch gleich das Bild vom an der Leine zerrenden, alle anbellenden Fiffi vor sich? Und Herrchen oder Frauchen – alle fünf Meter über die Leine stolpernd – hinterher? Scheußliches Bild!

Also, was unser Hund unbedingt bringen muss:

  • An der Leine folgen
    Am linken Knie, nie zwei Meter davor oder dahinter.

  • Frei bei Fuß folgen
    Genauso - und auch nicht hinterher.

  • »Ablegen!« oder »Down!«
    Kann unserem Hund das Leben retten, wenn es Ihnen gelingt, ihn vor dem Überqueren einer Straße herunterzupfeifen.

  • Herbeikommen auf Pfiff oder Ruf
    Auch wenn das Interesse des Hundes von anderen, ihm viel wichtigeren Dingen in Anspruch genommen ist.

Versuchen Sie wenigstens diese Dinge bei Ihrem Hunde mit Konsequenz durchzusetzen. Sie haben ein ruhiges Leben und er ist gewiss nicht überstrapaziert, denn unser Hundchen kann ja noch so viel mehr.


Gesundheit

... ist, wie im Menschenleben, im Hundeleben auch einer der wichtigsten Aspekte.

Nun kann uns der Hund nicht mitteilen, wenn er sich unwohl fühlt, wenn er Schmerzen hat. Sie müssen also Ihren Hund täglich beobachten, um festzustellen, ob er sich zu seinen sonstigen Gewohnheiten verändert hat:

Schont er auffällig eine Gliedmaße?

Schüttelt er häufig die Behänge?

Gibt es Veränderungen beim Kotabsatz?

Ist das Haarkleid seidig glänzend?

Ist der Nasenspiegel feucht und kühl und die Schleimhäute rosarot?

Frisst er mit gutem Appetit?

Nimmt er vermehrt Flüssigkeit auf?

Wirkt er eher geduckt oder apathisch, wenn er sonst aktiv und fröhlich war?

Und noch viele andere Fragen mehr, auf die Sie im täglichen Umgang mit Ihrem Hund Rücksicht nehmen sollten.

Halten die Veränderungen über mehrere Tage an, dann sollten Sie nicht den Weg zum Tierarzt und dessen Kosten scheuen.

Ernähren Sie Ihren Hund ansonsten ausgewogen: sorgen Sie dafür, dass er zu jeder Zeit sich mit frischem Wasser bedienen kann, bewegen Sie ihn so viel als möglich, ohne ihn zu überfordern (junge und ältere Hunde!) und geben Sie ihm Ihre ganze Zuwendung (Teilnahme am Familienleben). Pflegen Sie täglich sein Haarkleid, achten Sie auf Ungezieferbefall (Flöhe, Zecken), entfernen Sie rechtzeitig Zahnsteinbesatz und schneiden Sie ihm Nägel und überflüssigen Haarwuchs (Vereisungsproblem im Winter).

Viel mehr brauchen Sie gar nicht machen.


Prüfungen

... veranstalten die Landesgruppen des Vereins für Pointer und Setter als Frühjahrsprüfungen und Herbstprüfungen. Des Weiteren auch die anderen Rassezuchtverbände und die im Jagdgebrauchshundeverband beheimateten territorialen Jagdgebrauchshundevereine.

Wir unterscheiden Anlagen- und Leistungsprüfungen. Anlagenprüfungen, wie Jugendsuche (JuS) oder Herbstzuchtprüfung dienen dazu, die natürlichen, noch nicht sehr durch die Dressur überdeckten Anlagen des Jagdhundes (bis 24 Monate) zu zeigen, zu befördern und zu bewerten. Leistungsprüfungen sind rassetypische Prüfungen wie z.B. Einzelsuche (ES) oder Paarsuche (PS) der englischen Vorstehhunde. Hier werden die besonderen Fähigkeiten dieser Hunde für exzellente Feldmanieren herausgestellt. Darüber hinaus gelten als Leistungsprüfungen die Verbandsgebrauchsprüfungen (VGP), Verbandsprüfungen nach dem Schuss (VPS) und Schweißprüfungen, wo der Hund zeigen muss, dass er in allen Belangen des jägerischen Lebens weiß, was er zu tun und zu lassen hat und damit für den Allround-Jäger der unersetzbare und beste Jagdhelfer ist.

Aus dem Gesagten geht hervor, dass jegliche Prüfungen i.d.R. den Jägern mit ihren Hunden vorbehalten sind. Das ist in den meisten Bundesländern dadurch gesetzlich festgeschrieben, dass Jagdhundeabrichtung und –prüfung praktische Jagdausübung ist, die nun einmal den Besitz des Jagdscheines erfordert.

Für Liebhaber unserer Rassen stehen in der Ausbildung zum Begleithund oder im Agility-Bereich vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, sich mit dem Hund sinnreich zu beschäftigen und seine Energie in geordnete Bahnen zu lenken.